Carl Blechen war ein deutscher Maler des frühen 19. Jahrhunderts, der als einer der bedeutendsten und eigenwilligsten Landschaftsmaler der deutschen Romantik gilt. Er erhielt seine künstlerische Ausbildung an der Berliner Akademie und orientierte sich zunächst an der romantischen Landschaftstradition, insbesondere an Caspar David Friedrich. Entscheidende Impulse erhielt er jedoch durch seine Italienreise von 1828–1829, die seinen Stil nachhaltig veränderte und ihn zu einem Vorläufer des deutschen Realismus und sogar des Impressionismus werden ließ.
Blechen widmete sich vor allem Waldlandschaften, italienischen Landschaften und Ansichten industrieller Anlagen. Seine Bilder zeigen häufig dramatische Licht- und Schattenwirkungen, dichte Vegetation und eine ungewöhnliche Unmittelbarkeit in der Naturdarstellung. Besondere Bekanntheit erlangten seine Studien aus Italien, in denen er mit lockerer Hand und kühnem Pinselstrich Licht, Wärme und Atmosphäre des Südens festhielt, sowie seine Darstellungen des Walzwerks in Eberswalde, die zu den frühesten Zeugnissen industrieller Motive in der deutschen Malerei gehören.
Stilistisch zeichnen sich Blechens Werke durch eine malerisch freie, oft skizzenhafte Ausführung und eine intensive, zuweilen dramatisch überhöhte Farbgebung aus. Er verband romantisches Naturgefühl mit einer direkten, fast modernen Beobachtungsgabe. Besonders seine Ölskizzen und Studien wirken in ihrer Unmittelbarkeit und ihrem gestischen Pinselduktus der Malerei des späten 19. Jahrhunderts weit voraus.
Carl Blechen war zu Lebzeiten zwar anerkannt und wurde Professor an der Berliner Akademie, litt jedoch in seinen späten Jahren an schwerer psychischer Erkrankung, die ihn zur Aufgabe seiner künstlerischen Tätigkeit zwang und zu einem frühen Tod führte. Heute gilt er als Schlüsselfigur der deutschen Landschaftsmalerei zwischen Romantik und Realismus, dessen Werke wegen ihrer malerischen Kühnheit, ihrer atmosphärischen Dichte und ihrer erstaunlichen Modernität in Museen und auf dem Kunstmarkt hoch geschätzt werden.