Edgar Degas war ein französischer Maler, Zeichner und Bildhauer und zählt zu den prägenden Persönlichkeiten des Impressionismus, nahm jedoch innerhalb der Bewegung eine eigenständige Position ein. Er entstammte einer wohlhabenden Pariser Familie und erhielt eine klassische Ausbildung an der École des Beaux-Arts, wo er sich intensiv mit der Kunst der Alten Meister auseinandersetzte. Früh zeigte sich sein außergewöhnliches zeichnerisches Talent, das die Grundlage seines gesamten Werks bildete.
Degas interessierte sich weniger für die Freilichtmalerei als viele seiner impressionistischen Kollegen. Stattdessen richtete er seinen Blick auf das moderne Leben in Innenräumen: Probenräume der Oper, Ballettsäle, Theater, Cafés und Pferderennbahnen. Besonders berühmt wurden seine Darstellungen von Tänzerinnen, die er nicht idealisiert, sondern in Momenten der Anstrengung, Konzentration und Bewegung zeigte. Diese Motive erlaubten ihm eine intensive Auseinandersetzung mit Körperhaltung, Rhythmus und Raum.
Charakteristisch für Degas’ Kunst sind ungewöhnliche Bildausschnitte und Perspektiven, die oft von der Fotografie und japanischen Farbholzschnitten beeinflusst sind. Er experimentierte mit verschiedenen Techniken und Materialien, darunter Pastell, Druckgrafik und Skulptur, und suchte stets nach neuen Ausdrucksmöglichkeiten. Seine Farbigkeit wurde im Laufe der Zeit kräftiger und freier, während die zeichnerische Struktur erhalten blieb.
Trotz seiner Zurückhaltung gegenüber dem Begriff des Impressionismus nahm Degas an mehreren impressionistischen Ausstellungen teil und prägte deren Erscheinungsbild entscheidend mit. In seinen späteren Jahren verschlechterte sich sein Sehvermögen, was zu einer stärkeren Vereinfachung der Formen und einer gesteigerten Farbintensität führte. Heute gilt Edgar Degas als einer der einflussreichsten Künstler des 19. Jahrhunderts, dessen Werk weit über den Impressionismus hinausweist und die moderne Kunst nachhaltig beeinflusst hat.