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Kunstdrucke von George Romney

Sammlung: Kunstdrucke von George Romney

George Romney war ein englischer Maler und gilt als einer der bedeutendsten Porträtisten des späten 18. Jahrhunderts. Er wuchs in der Grafschaft Lancashire auf und zeigte früh ein ausgeprägtes Talent für das Zeichnen und Malen. Ohne eine formale akademische Ausbildung zu genießen, erlernte er sein Handwerk zunächst bei dem provinziellen Maler Christopher Steele, bevor er sich entschied, seinen eigenen Weg zu gehen. Gegen den Widerstand seiner persönlichen Umstände – er hatte früh geheiratet und eine Familie zu versorgen – verließ er seine Frau und seine Kinder in Nordengland und ging 1762 nach London, um dort künstlerischen Ruhm zu suchen.

In London gelang Romney ein beeindruckender sozialer und künstlerischer Aufstieg. Er etablierte sich rasch als gefragter Porträtmaler der feinen Gesellschaft und wurde bald zu einem ernsthaften Konkurrenten von Joshua Reynolds und Thomas Gainsborough, den damals dominierenden Größen des englischen Porträts. Sein Atelier in der Cavendish Square wurde zum Treffpunkt der aristokratischen und intellektuellen Elite Londons. Romney suchte jedoch stets nach mehr als dem bloßen Abbild seiner Auftraggeber. Er wollte den Charakter, die Lebendigkeit und die innere Welt seiner Modelle sichtbar machen und strebte dabei nach einer Eleganz und Leichtigkeit, die seine Bilder von der steifen Repräsentationsmalerei vieler Zeitgenossen abhob.

Eine entscheidende Inspiration fand Romney in seinen Reisen nach Italien, insbesondere in Rom, wo er die Antike und die Renaissancemalerei studierte. Diese Begegnung mit der klassischen Tradition hinterließ bleibende Spuren in seinem Werk. Er träumte zeitlebens von der großen Historienmalerei, von mythologischen und literarischen Szenen, die er für die eigentliche Krönung der Malkunst hielt. Das kommerzielle Porträtgeschäft, dem er seinen Unterhalt verdankte, empfand er in weiten Teilen als Einschränkung – und doch schuf er gerade in diesem Genre seine überzeugendsten Werke.

Die bedeutendste und folgenreichste Begegnung seines Lebens war jene mit Emma Hart, der späteren Lady Hamilton, die er ab 1782 unzählige Male porträtierte. In ihr fand Romney ein Modell, das seine künstlerische Fantasie wie kein anderes beflügelte. Er malte sie als mythologische Figuren, als Bacchantin, als Circe, als trauernde Büßerin – immer wieder und in immer neuen Rollen. Diese Serie von Bildnissen gehört zu den faszinierendsten Werkgruppen der englischen Malerei und zeigt Romneys Fähigkeit, ein menschliches Gesicht zum Medium für weit größere Themen zu machen.

In seinen letzten Lebensjahren ließ Romneys Schaffenskraft nach. Er litt unter zunehmender Melancholie und körperlichem Verfall, zog sich aus London zurück und kehrte schließlich zu seiner lange vernachlässigten Frau nach Nordengland zurück, die ihn trotz allem bis zu seinem Tod im Jahr 1802 pflegte. Sein Werk hinterließ ein vielschichtiges Erbe: Während seine Porträts unmittelbaren Einfluss auf die englische Bildnismalerei hatten, blieben seine großen Ambitionen als Historienmaler weitgehend unerfüllt. Heute werden Romneys Bilder in bedeutenden Sammlungen weltweit bewahrt und gelten als eindrucksvolle Zeugnisse einer Epoche, in der das Porträt in England seinen künstlerischen Höhepunkt erreichte.