Henri Lebasque war ein französischer Maler und zählt zu den wichtigen Vertretern des Postimpressionismus, der häufig der Gruppe der Nabis nahestand, ohne ihr formell anzugehören. Er begann seine künstlerische Ausbildung an der École des Beaux-Arts in Angers und setzte sie später in Paris fort, wo er unter anderem bei Léon Bonnat studierte. Früh kam er mit der modernen französischen Malerei in Kontakt und entwickelte ein starkes Interesse an Farbe und Licht.
Lebasque wandte sich rasch von der strengen akademischen Malerei ab und fand zu einer hellen, harmonischen Bildsprache. Beeinflusst von Künstlern wie Pierre Bonnard und Édouard Vuillard konzentrierte er sich auf intime Alltagsszenen, Interieurs, Porträts sowie Darstellungen von Familie, Freizeit und Landschaft. Besonders häufig stellte er Frauen und Kinder in ruhigen, lichtdurchfluteten Räumen oder im Freien dar.
Ein wichtiger Abschnitt seines Schaffens begann mit seinen Aufenthalten im Süden Frankreichs, vor allem an der Côte d’Azur. Das mediterrane Licht führte zu einer noch leuchtenderen Farbpalette und einer zunehmend freien, fließenden Pinselführung. Lebasques Bilder vermitteln eine Atmosphäre von Ruhe, Wärme und Lebensfreude, wobei Farbe weniger der Beschreibung als vielmehr dem Ausdruck von Stimmung dient.
Neben der Tafelmalerei war Lebasque auch als Wandmaler tätig und erhielt öffentliche Aufträge. Zu Lebzeiten war er anerkannt und regelmäßig auf Ausstellungen vertreten. Heute gilt Henri Lebasque als sensibler Kolorist und poetischer Maler des Lichts, dessen Werk eine wichtige Verbindung zwischen Impressionismus, Nabi-Kunst und der klassischen Moderne darstellt.